Kollektiv leerraum.offen  Tanz/Theater
Noemi HunkelerSzenografie/Kostüm/Requisite
Benjamin PogonatosRegie/Musik/Vermittlung
Atelier leerraum.offen
Werkstatt/Proberaum


#FollowTheRevolution - Eine Anleitung zum Aufstehen

Ein Theaterfilm über eine Revolution für das Leben
An die schlaflosen Träumer

Ich mache mir Sorgen um die Beziehung der Menschheit zum Planet Erde. Die Art wie wir Menschen uns zunehmend organisiert haben, ist zu einem Problem geworden. Wir haben zwar für grosse Teile der menschlichen Weltbevölkerung einen enormen Wohlstand erreicht, doch die Art und Weise, wie wir diesen Wohlstand erreicht haben, hat für das Leben auf der Erde im Allgemeinen zerstörerische Auswirkungen. Wir müssen anerkennen, dass wir ein Problem haben und wir müssen dieses Problem angehen, indem wir unsere Beziehung zum Leben sowie unsere Art zu leben ändern. Wir müssen uns im Klaren sein, dass wir als Konsument*innen, ein Teil des Problems sind. Wir werden nicht drum herum kommen, unsere Art zu konsumieren zu verändern und somit auch unsere Art zu leben. Springen wir über unseren eigenen Schatten und helfen denjenigen Menschen dabei, welche Mühe dabei haben oder schlicht überfordert sind damit.
Es braucht eine Art Aufstand derjenigen Menschen, welche ihre eigene Verantwortung für eine lebenswerte Zukunft ernst nehmen und durch vorgelebte Beispiele die Gesellschaft irritieren.
Eine „Revolution für das Leben“ geht von einer solchen Veränderung des Verantwortungsbewusstseins aus. Einer Bewusstwerdung, dass alles Leben, inkl. der Erde selbst (und eigentlich auch darüber hinaus) schützenswert ist. Es geht darum, Leben zu ermöglichen, Leben zu erhalten, zu pflegen und unterstützen. Sowie Zerstörung, Unterdrückung und Ausbeutung von Leben zu verhindern. Es geht darum, sich bewusst zu werden, dass alles Leben miteinander verbunden und voneinander abhängig ist und sich gegenseitig beeinflusst. Mit jedem Atemzug gestalten wir unser Leben und das Leben um uns herum mit. Ob wir es wollen oder nicht. Ist uns dies einmal bewusst geworden, fühlen wir uns mitverantwortlich und können diese Verantwortung nicht mehr abgeben an Konzerne, Regierungen, die „Anderen“. Warum sollten wir auch? Bei einer Revolution für das Leben geht es darum, bewusst Leben mitzugestalten. Wenn uns etwas am Leben liegt, müssen wir uns mit dem Leben auseinandersetzen und die Probleme er- und anerkennen, welche zerstörerisch auf das Leben und die Erde einwirken. Es geht nicht um Schuldzuweisungen, denn Fehler machen muss möglich sein im Leben. Es geht auch nicht um einen Kampf zwischen „Gut“ und „Böse“. Denn bei einem Kampf gibt es immer Verlierer*innen.
Es geht darum, sich mit Kreativität, Achtsamkeit, Lust, Kompromissbereitschaft, Bescheidenheit, Mitgefühl, Hilfsbereitschaft, Geduld, Mut, Kraft und Vorstellungskraft für das Leben einzusetzen. Nirgends steht geschrieben, dass das Leben bequem sei. Das Leben gemeinsam zu gestalten muss aber auch gar nicht bequem sein und kann trotzdem so viel Freude bereiten. Es geht darum, die eigenen Handlungsspielräume zu erkennen, auch wenn sie noch so klein scheinen. Es geht darum, die inneren Widerstände zu überwinden und die eigene Verantwortung für das Leben auf der Erde wahrzunehmen. Doch warum ist das so unglaublich schwierig?
Eines steht fest: Superman wird nicht kommen, um die Welt zu retten...

- Robyn


Eine Anleitung zum Aufstehen – Fragebogen

Es ist höchste Zeit, sich den Fragen und Herausforderungen zu stellen. Wir müssen träumen, uns in „phantastischem“ Denken versuchen und uns dabei erlauben Fehler zu machen. Denn die Art zu denken und zu leben, wie wir es gegenwärtig (in westlichen Gesellschaften) gewohnt sind, hat keine lebenswerte Zukunft. Reden wir miteinander, gehen wir Dinge an, vernetzen wir uns. Den „Rohstoff“ den wir für eine lebenswerte Zukunft fördern sollten, ist Fantasie!

Bevor du dich den Fragen widmest, mache folgende Übung:

Schliesse deine Augen und suche dir einen Ort in deinem Körperinneren, in dem du dich wohl fühlst. Atme tief ein und fülle diesen Ort mit Luft und Wärme. Atme aus und entleere den Ort von jeglichem Unerwünschten. Atme auf diese Weise dreimal ein und aus. Öffne dann deine Augen wieder, und versuche deine Umgebung zu sehen, als wäre es das allererste Mal.

Stelle dich nun mit Ruhe und Geduld den Fragen. Du brauchst dabei nicht der Reihe nach vorzugehen. Versuche, dich mit einigen Fragen bewusst auseinander zu setzen.


Bist du der gleichen Meinung wie Robyn, dass wir als Menschengemeinschaft auf dem Planet Erde ein Problem haben?

Wie würdest du das Problem umschreiben? Gibt es ein Kernproblem?

Warum werden Herausforderungen - wie beispielsweise der Klimawandel - von vielen Menschen nicht als Problem anerkannt?

Wie schaffen wir es, Mitmenschen verständlich zu machen, dass wir ein Problem haben, sogar selbst Teil davon sind?

Wir haben zwar Menschenrechte erfunden (auch wenn diese scheinbar nicht für alle gelten); aber der Erde, aus der wir alle gewachsen sind, gestehen wir keine Rechte zu, sondern beuten sie aus. Warum?

Wir haben uns als Menschheit dem endlosen Wachstum verschrieben in einem endlichen Öko-System. Wie soll das funktionieren?

Lohnt es sich an einer Kreislaufwirtschaft zu arbeiten oder versteckt sich darin die bisherige ausbeuterische Art zu wirtschaften?

Welche Rolle spielen neue Technologien wie z.B. die Gentechnik oder die Digitalisierung / Künstliche Intelligenz, wenn es darum geht, Lösungen für Herausforderungen wie den Klimawandel zu finden?

Demokratien sind bewusst langsam, um keine unüberlegten Entscheidungen zu treffen.
Wie gehen wir damit um, wenn die Zeit knapp wird und wir 
dennoch fundiert überlegt handeln müssen?

Warum sind wir nicht bereit, unser zerstörerisches Verhalten zu ändern; obwohl wir eindeutig sehen, dass wir damit unsere eigene Existenz bedrohen?

Wie informiert mensch sich am besten? Fakten sind leider eher zu einem Bauchgefühl verkommen. Es gibt zu jeder Meinung irgendeine Studie im Internet, welche diese Meinung belegt.

Wir Menschen erhalten, respektive nehmen viel von der Erde, doch was geben wir ihr zurück? Was nützt der Mensch dem Planeten Erde?

Ist Wohlstand, Bildung, Fortschritt auf Kosten unserer Lebensgrundlage noch länger tragbar?

Gibt es Menschen, welche du als Held oder Heldin bezeichnen würdest?

Was für ein Superheld wärst du gerne und mit was für einer Superkraft würdest du die Welt retten?

Was bedeutet für dich kämpfen?

Ist ein Kampf ohne Verlierer*innen möglich?

Unter welchen Umständen würdest du dich gezwungen fühlen alles stehen und liegen zu lassen und dich einer Revolution anzuschliessen?

Bei welcher Protestbewegung (real oder erfunden) wärst du ganz vorne mit dabei?

Gehen wir für einen Moment davon aus, dass alles möglich ist. Was müssen wir ändern um weiterhin Leben auf der Erde zu erhalten, zu ermöglichen?

Was bist du bereit, in deinem Leben zu ändern?

Wovor hast du Angst?

Mit welcher Tätigkeit verbringst du die meiste Zeit in deinem Leben?

Gibt es Dinge, welche von Maschinen ausgeführt werden, die du lieber selbst ausführen würdest?

Wie schafft mensch es, sich im Alltag mit solch wichtigen Gedanken zu beschäftigen?

Was denkst du, kannst du ganz konkret tun? Vorausgesetzt, dass du verstanden hast, dass es so nicht weitergeht und du bereit bist zu handeln!

Welcher Herausforderung muss sich nach deiner Meinung die Menschheit als nächstes stellen?

Was an deinem Lebensstil könntest du ändern, so dass du weniger konsumieren musst?

Was ist dein Beitrag an die Gesellschaft, in der du lebst?

Was gibt es nicht auf dieser Erde, was es deiner Meinung nach unbedingt geben müsste?

Worauf könnte deiner Meinung nach die Gesellschaft, in der du lebst, verzichten?

Bist du sicher, dass du nicht auch mit weniger Geld auskommen könntest?

Warum spielt Geld im Leben vieler Menschen eine so zentrale Rolle?

Warum greifen dich gewisse Fragen persönlich an?

Bist du dir bewusst, dass "Geld"; wie auch politische Systeme oder Religionen vom Menschen ausgedachte Ideen und keine Naturgesetze - wie etwa die Schwerkraft - sind? Und nur weil wir alle daran glauben, funktionieren sie. Solche Ideen, Konstrukte oder Systeme können also jeden Moment neu erdacht und gestaltet werden!

Bist du sicher, dass du wirklich ein Auto brauchst?

Bist du sicher, dass du wirklich Urlaub am Meer brauchst?

Bist du sicher, dass du wirklich ein Smartphone mit 4K Kamera brauchst?

Bist du sicher, dass du wirklich ein neues MacBook brauchst?

Bist du sicher, dass du wirklich immer die neuesten Updates brauchst?

Bist du sicher, dass du wirklich jeden Moment fotografieren oder filmen und sofort über alle deine Apps mit der Welt teilen musst?

Nimmst du einen Unterschied war, wenn du einem anderen Menschen wirklich gegenüberstehst ohne ein technisches Hilfsmittel dazwischen?

Ist Wissen, welches jederzeit abrufbar ist, gleich viel Wert, wie wenn es selbst mühsam erarbeitet werden muss?

Wenn du so dringend Urlaub brauchst, warum arbeitest du nicht weniger?

Wann und warum ist dir langweilig?

Für was nutzt du das Internet?

Falls dich diese Fragen aufwühlen, warum bist du nicht bereit über solche Fragen nachzudenken?

Warum erhalten Soziale Medien so viel Aufmerksamkeit?

Wozu nutzt du Soziale Medien?

Sind Soziale Medien gefährlich oder eine Chance, wenn es um gesellschaftliche Veränderungen geht?

Sind wir zu organisiert, so dass das Leben keinen Platz mehr hat?

Sind Löcher in deinen Kleidern wirklich so tragisch?

Kannst du Dinge reparieren oder lässt du Dinge reparieren?

Warum bist du nicht bereit den wirklichen, fairen Preis für etwas zu bezahlen?

Sparst du noch auf Dinge die du dir leisten möchtest?

Kannst du dir vorstellen wie es ist, dein Heimatland plötzlich verlassen zu müssen und alles zurückzulassen was dir lieb ist?

Kannst du dir vorstellen wie es ist, von deiner Familie getrennt zu werden?

Bist du sicher, dass du im Winter im T-Shirt in deiner Wohnung rumlaufen können musst?

Was löst der Gedanke bei dir aus, dass du dein Leben komplett umstellen werden musst?

Wie gross muss eine Wohnung für dich sein?

Kannst du dir auch andere Wohnformen vorstellen, neben der geläufigen
4-Zimmerwohnung?


Teilst du viel in deinem Leben? Was teilst du? Mit wem?

Was bedeutet für dich Leben; was macht für dich das Leben lebenswert?

Was gibt dir Hoffnung?

Von was für einer Welt müssen wir ausgehen, was wollen wir erreichen? Und wie erreichen wir diese Welt?

In was für einer Welt möchtest du leben?

Was ist deine Vision für die Erde?












 leerraum.offen ist ein Künstlerkollektiv und bewegt sich frei in den Sparten Tanz und Theater.